Tagesarchiv für den 10. September 2008

Wohngeld wird weniger benötigt

Das Statistische Bundesamt teilte kürzlich mit, dass immer weniger Haushalte in Deutschland Wohngeld erhalten. Insgesamt 1,5 Prozent der gesamten deutschen Privathaushalte nahm diese Sozialleistung im vergangenen Jahr in Anspruch, 0,2 Prozent weniger als noch 2006. Über 900 Millionen Euro gab der Staat in Form von Mietzuschüssen dabei aus. Aktuell leben in den neuen Bundesländern mehr Wohngeldempfänger als in den alten, wobei in Bayern am wenigsten Zuschüsse benötigt werden. Der Rückgang belegt sich vor allem durch die Reform von Hartz IV, aber auch durch den Rückgang der Arbeitslosigkeit. Mit der aktuellen Wohngeldreform steigt der monatliche Zuschuss der Berechtigten spätestens ab Januar 2009 von bislang rund 88 Euro auf dann rund 140 Euro. Darin sind jedoch auch die Heizkosten enthalten, die pauschal für die Quadratmetergröße der Wohnung berechnet sind und bislang separat berechnet wurden. Die Regierung plant, aufgrund des explosionsartigen Anstiegs der Nebenkosten, die Erhöhung bereits auf den 01. Oktober diesen Jahres vorzuverlegen.Das Wohngeld ist eine finanzielle Zusatzleistung des Deutschen Staates, die einkommensschwachen Personen zur Sicherung eines angemessenen Wohnstandards gezahlt wird. Dabei können nicht nur zur Miete wohnende Menschen Wohngeld beziehen, sondern auch Eigentümer einer selbstgenutzten Immobilie, die mit den laufenden Kosten finanziell überfordert sind. Diese erhalten einen monatlichen „Lastenzuschuss”. Die Höhe des Wohngelds ist abhängig von der Höhe des Einkommens aller Personen, die in der Wohnung leben. Eine Bezuschussung erfolgt dann, wenn die Einnahmen eine bestimmte, jedes Jahr neu festgelegte Höhe nicht überschreiten. Darüber hinaus muss der bewohnte Wohnraum angemessen sein. Personen, die in einer überproportional großen Mietwohnung leben, erhalten nur den Zuschuss für den als angemessen festgelegten Raum und werden dazu angehalten, eine passende Wohnung zu suchen. Das Wohngeld wird jeweils für ein Jahr bewilligt, für eine Verlängerung muss rechtzeitig vor Ablauf ein neuer Antrag beim zuständigen Amt eingereicht werden. Im Internet können alle Informationen rund um das Wohngeld kostenfrei heruntergeladen werden.

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Immobilienbetrug

Durch Immobilienbetrug wurden seit den 1990er Jahren rund 500 000 Menschen in den finanziellen Ruin getrieben.Im Zuge der Verkürzung der Renten und der Verteuerung der Lebenshaltungskosten bieten windige Versicherungsvertreter und Finanzdienstleister Privatpersonen in einer Haustür-Situation, also einem spontanen Gespräch an der Haustür oder auch am Telefon eine Immobilie an, die zum Kauf steht. Bei diesen Immobilien handelt es sich um bereits vermietete Wohnungen, die sich als Kapitalanlage angeblich hervorragend eignen.  Eigenkapital für die Finanzierung ist nicht nötig, da die Finanzierung zu 100% von der Bank übernommen wird. Der monatliche Abtrag wird im Grunde von den Mieteinnahmen gedeckt, so dass keine Kosten entstehen. Das lockende Ziel am Ende ist der Weiterverkauf der Immobilie nach Ende der Zinsbindung oder der vollständigen Abzahlung.

Sehr viele Menschen sind bereits auf dieses durchaus verlockende Angebot reingefallen, da wesentliche Punkte verschwiegen werden: Bei den angebotenen Immobilien handelt es sich grundsätzlich um Objekte, deren wirklicher Wert dem des Verkaufspreises nicht entspricht, da sowohl gravierende Mängel in der Ausstattung vorhanden sind, als auch hinsichtlich der Lage sehr benachteiligt Defizite bestehen und die Immobilien in wenig nachgefragten Rand- oder Problemgebieten liegen. In der Regel werden Immobilien angeboten, die zu weit weg stehen, um sie kurzfristig anzusehen und ein eigenes Bild zu erlangen. Als besondere Vergünstigung wird außerdem hervorgehoben, dass der Inhaber mit der Verwaltung des Objekts keinerlei Arbeit hat, da diese von einer Mietpoolverwaltung übernommen wird. Das schlagende Verkaufsargument ist die Betonung, dass sich diese Immobilien hervorragend als spätere Altersvorsorge eignen. Der Verkäufer schlägt zum Teil 100% Gewinn aus der Verkaufssumme, da die Immobilien zu einem völlig überteuerten und nicht an die Standortpreise angepassten Quadratmeterpreis verkauft werden.

Auch Kleinverdienern werden Immobilien angeboten. Erst nach dem Erwerb der Immobilie stellen sich die Negativaspekte heraus. Oftmals stammen die Eigentumswohnungen aus Konkursmasse, die zu Schleuderpreisen an Firmen weiterverkauft und nur oberflächlich saniert wurden. Die zu beseitigenden Mängel reißen bereits beträchtliche Löcher in den Haushalt der Inhaber, darüber hinaus stehen die Wohnungen nicht selten jahrelang leer.

Noch immer werden Immobilien aus dem grauen Immobilienmarkt auf diesem Weg verkauft. Grundsätzlich sollte also Vertretern mit Vorsicht gegenübergetreten werden, die mit einem solchen Angebot ohne vorherige Aufforderung aufwarten. Spontane Besuche sind auch dann ungewöhnlich, wenn der Vertreter sich auf einen Arbeitskollegen oder Bekannten beruft! Im Zweifelsfall sollte ein attraktiv klingendes Angebot immer einem renommierten Makler vorgelegt werden, der es objektiv beurteilen kann.

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