Für den Erwerb eines Eigenheims ist Eigenkapital längst nicht mehr unbedingt nötig. Viele Kreditinstitute bieten ihren Kunden inzwischen Finanzierungen bis zu 130% des benötigten Kapitals an. Das Angebot ist sehr verlockend, sollte jedoch nicht unbedacht in Anspruch genommen werden, denn den Verzicht auf Eigenkapital lässt sich die Bank gut bezahlen.Wer in den Bau oder den Kauf einer Immobilie eigenes Kapital einfließen lässt, bekommt das Darlehen zu deutlich besseren Konditionen. Wer mindestens 20% des Kaufpreises selber finanzieren kann, spart gegenüber einer Vollfinanzierung rund 1% auf den monatlichen Zins. Bereits umgelegt auf eine Laufzeit für die Finanzierung von 10 Jahren auf eine Darlehenssumme von 100 000 Euro ist das sehr viel Geld. Da sich jedoch die Laufzeit für hohe Kredite meist deutlich verlängert, fällt die Zinslast doppelt schwer ins Gewicht. Wer mehr als 20% Eigenkapital in die Immobilie einbringen kann, spart dagegen bei den Zinsen durchaus noch einiges ein.
Egal, wie hoch die Summe des Eigenkapitals ausfällt: in jedem Fall sollten die Angebote der einzelnen Anbieter miteinander verglichen werden. Durch den hohen Konkurrenzdruck unterliegen die Zinsen der verschiedenen Banken großen Schwankungen. Wer den günstigsten Kredit haben möchte, sollte sich entsprechend gut informieren und nicht das erste Angebot direkt annehmen.
Auch wenn der Traum vom Eigenheim sehr groß ist, durch die Zinslast sind die monatlichen Raten oftmals sehr hoch und können nur durch starke Einschränkungen überhaupt finanziert werden. Dadurch wird der Traum von der eigenen Immobilie schnell zur Last. Das gilt es unbedingt zu vermeiden. Bevor auf eine Vollfinanzierung zurückgegriffen wird, sollte gut durchdacht sein, ob die Erfüllung des Wunschs nicht doch noch einige Zeit warten kann, in der zumindest ein Teil der Summe angespart werden kann. Der dadurch gewonnene finanzielle Spielraum kommt dem Inhaber eher zugute als ein bereits frühzeitig erworbenes Eigenheim.
Unabhängige Berater können bei Unsicherheiten unterstützen und mittels individuell angefertigter Finanzpläne den Nutzen des Eigenkapitals und jenen einer Vollfinanzierung objektiv vergleichen.
16. September 2008
Die eigenen vier Wände sind ein teures Vergnügen. Bislang konnten nur die Menschen sich den Traum vom Eigenheim erfüllen, die rechtzeitig Vorkehrungen für die finanzielle Basis geschaffen haben, da für ein Darlehen eine gewisse Summe an Eigenkapital unumgängliche Voraussetzung war. Inzwischen jedoch bieten viele Kreditinstitute eine 100%-Finanzierung an, die ohne das Einbringen eigenen Kapitals auskommt.Für viele ist dies ein sehr verlockendes Angebot, vor allem junge Menschen greifen schnell darauf zurück, da mit einer 100%-Finanzierung die eigene Immobilie in greifbare Nähe rückt. Jedoch sollte ein solches Darlehen nicht leichtfertig aufgenommen werden, denn die Banken schlagen für dieses Angebot rund 1% auf die monatlichen Zinsen auf. Bei der derzeitig bereits schon hohen Zinslast schlägt das deutlich zu Buche. Außerdem muss daran gedacht werden, dass die Aufnahmesumme durch das fehlende Eigenkapital deutlich höher ausfällt. Dies wirkt sich entweder auf die monatliche Tilgungsrate oder auf die Gesamtlaufzeit aus. Beides sollte gut durchdacht sein. Schnell übersteigt die monatliche Rate die Möglichkeiten und die Finanzierung wird zu einer großen Last. Auch eine lange Laufzeit kann die anfängliche Freude über das Eigenheim schnell drücken und bedeutet am Ende eine hohe Summe, die allein für die monatlichen Zinsen anfällt. Entsprechend raten Sachverständige dazu, mit der Eigenheimfinanzierung lieber so lange zu warten, bis genügend Eigenkapital vorhanden. Die hohe Zinslast macht das Angebot vorwiegend für Besserverdienende interessant, die ohne Probleme auch höhere Tilgungsraten leisten und dadurch zumindest die Laufzeit kürzen können.
Wichtigstes Kriterium für die Vergabe eines Darlehens über den vollen Immobilienpreis ist das monatliche Einkommen des zukünftigen Eigentümers zusammen mit einer sicheren beruflichen Basis. Selbständige oder Freiberufler stoßen bei den Banken bereits auf große Schwierigkeiten, wenn sie eine 100%-Finanzierung in Anspruch nehmen möchten. Die meisten Banken vergeben Vollfinanzierungen nur bis zu einem gewissen Limit, meist bewegt es sich bei dem 7 bis dem 10fachen des Jahreseinkommens. Entsprechend hoch muss dieses ausfallen, damit ein Kreditinstitut in dem Darlehen kein zu großes Risiko sieht. Meist wird eine monatliche Tilgungsrate von mindestens 2% vorgesehen. Nur wer jeden Monat eine entsprechend große Geldsumme zur Verfügung hat, sollte über eine 100%-Finanzierung nachdenken.
16. September 2008