Hausfinanzierung in Schweizer Franken
09.Dezember 2008
Es gibt einige exotische Finanzierungsmöglichkeiten, wenn man sich eine Immobilie anschaffen will. Diese bieten durchaus Chancen, jedoch beinhalten sie auch Risiken.Eines dieser Finanzierungsinstrumente ist ein Immobilienkredit in Schweizer Franken ohne festen Zinssatz. Da man jedoch in Deutschland selten einen Hauskauf in Schweizer Franken wird abwickeln können, läuft zwar der Kredit in dieser Währung. Ausgezahlt wird er jedoch in Euro. Umgekehrt wird die Rückzahlung wiederum in der Schweizer Währung verlangt.
Der Zins ist im Augenblick, bei den wenigen Banken, die ein derartiges Produkt anbieten, recht günstig und bewegt sich um die dreieinhalb Prozent. Außerdem wird ein Disagio in Höhe von einem Prozent fällig, sobald der Kredit genehmigt ist. Diese Art von Kredit hat jedoch einen gewissen Glückspielcharakter. Da der Zinssatz variabel ist, hängt der Kreditnehmer davon ab, wie sich die Zinsen pro Quartal entwickeln. Sooft nämlich wird der Kreditzins angepasst. Maßstab dabei ist der Libor – der Zinssatz, zu dem Banken sich Schweizer Franken besorgen können. Die Tilgungsrate ist ungewöhnlich hoch. Es müssen wenigstens vier Prozent per anno auf das Kapital zurück gezahlt werden. Hoch ist auch der Finanzierungsanteil, der bis zu achtzig Prozent beträgt, und das schon ab einer Darlehnssumme von fünfundsiebzig Tausend Euro.
Das Modell hat durchaus seine Vorteile. Die Zinsen in der Schweiz sind günstiger als in Deutschland, so das man erst einmal weniger bezahlt als für einen Kredit hierzulande. Außerdem kann man jederzeit Sondertilgungen leisten. Entwickelt sich der Zins günstig, zahlt man weniger zurück, als man sich geliehen hat.
Das kann aber auch genau umgekehrt kommen, schließlich können die Zinsen in der Schweiz auch steigen statt zu fallen. Das ist durchaus schon vorgekommen, und zwar in erheblichem Umfang. Noch vor achtzehn Jahren betrug der Hypothekenzins dort glatte zehn Prozent. Auch wenn der Kurs des Franken anzieht, wird es für den Darlehnsnehmer ein schlechtes Geschäft. Einige Vertragsbesonderheiten machen dieses Geschäft noch wesentlich unberechenbarer.
Letztlich ist es nur dann eine Option, wenn man sich auch eine ungünstige Entwicklung leisten kann, genauer, jederzeit den Kredit zurückzahlen oder Umschulden kann. Ansonsten ist das Risiko im Vergleich zur möglichen Ersparnis zu hoch, um für den normalen Immobilienerwerber in Betracht zu kommen.
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