Landwirtschaftliche Immobilien
22.September 2008
Land- und forstwirtschaftliche Immobilien stehen immer wieder zum Verkauf. Nicht selten erwirbt eine Person das Land und verpachtet es Stück für Stück an die umliegenden Betriebe, während der eigentliche Hof umgebaut und nicht landwirtschaftlich genutzt wird. Einer der vielen Gründe, weshalb nur wenige Immobilien ihrem ursprünglichen Zweck erhalten bleiben, ist der hohe Aufwand des Betriebs bei gleichzeitig sehr wenig Lohn. Deutsche Landwirte müssen ihre Erzeugnisse nahezu am Herstellungswert verkaufen, um überhaupt konkurrenzfähig zu bleiben. Großer Gewinn fällt dabei nicht ab. Dazu kommt, dass ein land- oder milchwirtschaftlicher Betrieb immense Energie verschlingt- diese wiederum wird ebenfalls immer teurer. Vor allem in Gebieten Deutschlands, in denen eine hohe Dichte an Erzeugern herrscht, müssen immer wieder Betriebe geschlossen werden. Die Maschinen und das Vieh werden verkauft und der Hof steht leer.Wer sich für eine landwirtschaftliche Immobilie interessiert, steht vor dem großen Problem der Finanzierung. Nur bei einem stichhaltigen Finanzkonzept wird eine Bank das Darlehen übernehmen. Darüber hinaus ist die Auswahl der passenden Immobilie nicht einfach. Wer zum Beispiel einen Hof sucht, der in einen Reitstall umgebaut werden soll, benötigt entsprechende Räumlichkeiten. Eine Halle muss für die Unterbringung der Tiere, eine andere für die Lagerung des Futters und nach Möglichkeit noch eine dritte für eine Reithalle zur Verfügung stehen. Nicht alle Betriebe verfügen über dermaßen große Anlagen, gerade ehemalige Milchbetriebe sind häufig kleiner. Es muss jedoch auch überlegt werden, ob ein Umbau günstiger ausfällt als ein Neubau. Gerade bei aufwendigen Umbauten kann ein Neubau die günstigere Alternative darstellen, sofern der Platz für das geplante Gebäude zur Verfügung steht.
Wer dagegen einen Hof sucht, der weiterhin als land- oder milchwirtschaftlicher Betrieb genutzt werden soll, muss sich intensiv damit auseinander setzen, welche Erfolgschancen damit verbunden sind. Will der ehemalige Inhaber den Hof aus Altersgründen verkaufen oder weil der Betrieb keinen Gewinn mehr bringt? Welche Maßnahmen sind im zweiten Fall sinnvoll umsetzbar, um wieder Gewinn zu erwirtschaften? Eine Begehung des Geländes durch einen Sachverständigen sollte in jedem Fall durchgeführt werden. Dieser kann etwas über den Zustand der Gebäude und vor allem der technischen Geräte sagen. Ein Erwerb eines Hofs, der eine gleichzeitige Komplettsanierung mit sich bringt, ist wenig ratsam. Auch die Qualität der Ackerflächen sollte von einem Sachkundigen begutachtet werden. Viele Nutzflächen sind völlig ausgezehrt und bieten den Pflanzen nicht genügend Mineralien für ein gutes Wachstum. Auch hier sollte dringend von einem Kauf abgesehen werden!
Für den Kauf einer landwirtschaftlichen Immobilie muss viel Zeit eingeplant werden, damit der Erwerb am Ende keine Enttäuschung darstellt und möglicherweise den privaten Ruin bedeutet. Wer kann, sollte den Hof und die Nutzflächen lieber erst einmal pachten. Im Pachtvertrag kann in jedem Fall das Erstkaufrecht festgehalten werden.
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