Niedrigenergie- und Passivhäuser
05.August 2008
Die Energiekosten steigen drastisch. Käufer und Bauherren suchen daher nach Immobilien, die über eine möglichst gute Energiebilanz verfügen.Als Niedrigenergiehäuser werden Immobilien bezeichnet, die durch ausgefeilte Wärmedämmung das vom Land festgelegte Energieanforderungsniveau deutlich unterschreiten. Dieses legt fest, wie hoch der Energiebedarf für Heizung und Warmwasserbereitstellung im optimalen Fall sein sollte. Mit Einführung der Einergieeinsparverordnung (EnEV) im Jahr 2002 und der damit verbundenen Verschärfung der Richtlinien werden nahezu alle Neubauten entsprechend mit einer Dämmung versehen, die den Energieverlust deutlich vermindert.
Während Niedrigenergiehäuser in erster Linie hinsichtlich der Verminderung der Heizenergiekosten entworfen und gebaut werden, sollen sogenannte Passivhäuser möglichst ganz auf herkömmliche Heizsysteme verzichten. Daher rührt auch der Name: Passivhäuser sollen nur die Energie nutzen, die bereits vorhanden ist, also die Energie der Sonne oder auch die abgegebene Wärme von Menschen. Die Erwärmung der Temperatur selbst erfolgt über einen komplexen Luftaustausch. Dabei wird von außen (kalte) Luft zugeführt, die über einen Wärmewandler mit der Luft erwärmt wird, die von innen nach außen abgeführt wird. Außerdem werden Passivhäuser so gedämmt, dass sie nach außen keinen Wärmeaustausch zulassen. So erübrigt sich ein herkömmliches Heizsystem. Die Bereitstellung von Warmwasser erfolgt über Erwärmung mit Strom.
Für die Errichtung eines Niedrigenergie- oder Passivhauses fallen Mehrkosten in einem Rahmen von mindestens 10% gegenüber einer herkömmlichen Bauweise an. Diese ergeben sich aus entsprechenden Dämmmaterialien, Türen und Fenstern; bei Passivhäusern außerdem aus der Integration der Lüftungstechnik. Dafür entfallen hier die Kosten für andere Heizsysteme.
Wer bereits eine Immobilie besitzt, kann diese mittlerweile hinsichtlich des Standards der EnEV renovieren lassen. Der Aufwand ist jedoch verhältnismäßig hoch, da neben Fenstern und Türen gegebenenfalls auch die Dämmung des Hauses erneuert werden muss. Eine solche Umrüstung lohnt deshalb nur, wenn das Gebäude von Grund auf saniert werden muss, sonst stehen die Ausgaben und die späteren Einsparungen in keiner Relation.
Wer plant, ein Passivhaus zu bauen, sollte sich bei Banken über ein zinsvergünstigtes Darlehen und andere Förderprogramme informieren.
Artikel gespeichert unter: Hausbau

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