Wohngifte- wenn wohnen krank macht

02.Oktober 2008

Es kommt nicht oft vor, dennoch kann ein Haus oder eine Wohnung die darin lebenden Menschen krank machen. Erst einige Zeit nach dem Umzug stellen sich die ersten Symptome ein, meist Kurzatmigkeit, ständiger Husten, Ausschlag, juckende Augen und ähnliches. Der erste Gedanke ist dann der an eine Allergie, doch der Allergologe kann keine akute Allergie ausmachen. Der Weg zur Diagnose ist dann lang, nicht selten dauert es Monate, bis der Grund für das Leiden gefunden ist: die für das Haus verwendeten Baustoffe enthalten Materialien, die sich auf die Gesundheit des Menschen negativ auswirken können. Nicht alle sind davon in gleichem Maß betroffen, ein weiterer Grund, weshalb die Diagnose meist eine gute Weile braucht.

Zu den gesundheitsschädlichen Materialien gehören die so genannten Weichmacher, die Kunststoffen beigemischt werden, damit diese besser zu verarbeiten sind. Vor allem in PVC-Böden, Kabeln und Dichtungen für Fenster und Türen sind Weichmacher enthalten. Die Giftstoffe gelangen in die Luft und werden vom Menschen eingeatmet. Die Folge sind Müdigkeit und Kopfschmerzen, manchmal reagiert der Körper sogar mit einer Schädigung der Leber und Nerven.

Auch Holzschutz- und Lösungsmittel enthalten nicht selten krankheitsfördernde Stoffe. Vor allem in Altbauten können verschiedene Oberflächen mit Mitteln behandelt worden sein, die heute nicht mehr genutzt werden dürfen. Wenn nach dem Bezug eines älteren Gebäudes anhaltende Beschwerden auftreten, sollte dringend ein Fachmann zur Hilfe gerufen werden.

Auch in neuen Möbeln oder Teppichen werden noch Mittel genutzt, deren Geruch zu Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit führen kann. Diese Stoffe rufen jedoch nur kurzfristig Unwohlsein hervor und haben keinen schädigenden Einfluss auf die Menschen! Da der Geruch zu aufdringlich ist, um ignoriert zu werden, sollte direkt gut gelüftet werden. Außerdem ist es ratsam, den Raum erst dann wieder zu bewohnen, wenn der Geruch verflogen ist.

Der giftigste Baustoff ist Asbest. Dieser zerfällt bis hin zu Staub und wird durch die Atmung in den Körper aufgenommen. Die Folge sind oftmals Krebserkrankungen, die erst Jahre oder Jahrzehnte später auftreten. Asbest darf heute nicht mehr verbaut und muss zwingend entsorgt werden. Die Sanierung von Asbestimmobilien ist sehr teuer und sehr aufwendig, dazu darf die Sanierung nur durch geschulte Fachkräfte vorgenommen werden.

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